FortiGate 70G ist eine der aktuellen Desktop-NGFWs der G-Serie von Fortinet und positioniert sich für Filialen mit 20–50 Benutzern sowie für Ketten mit mehreren Standorten, die auf SD-WAN umsteigen. Laut offiziellem Datenblatt liefert sie bei 1518-, 512- und 64-Byte-UDP-Paketen durchgängig 10 Gbps IPv4-Firewall-Durchsatz — also ein symmetrisches Leistungsprofil, das mit kleiner werdender Paketgröße nicht einbricht; hinzu kommen 2,5 Gbps IPS, 1,3 Gbps Threat Protection und 1,4 Gbps SSL-Inspection-Durchsatz (FortiGate FortiWiFi 70G Series Data Sheet, 2026). Fortinets aktueller NGFW-Bestellleitfaden führt unter der Überschrift der jeweils aktuellsten Modelle je Serie die 30G, 50G, 70G, 90G, 120G und 200G auf; 40F und 60F erscheinen in dieser Tabelle nicht (Fortinet NGFW/Perimeter Firewalls Ordering Guide, PFW-OG-R28, 2026). Darauf stützt sich unsere Positionierung der 70G als Nachfolgeadresse der 60F.
Für welche Unternehmensgröße eignet sich die FortiGate 70G?
Was die 70G eine Liga höher hebt, ist nicht die reine Bandbreite, sondern ihre Sitzungs- und Paketverarbeitungskapazität. Das Gerät unterstützt 1,4 Millionen gleichzeitige TCP-Sitzungen und 100.000 neue Sitzungen pro Sekunde; mit einer Paketverarbeitungsrate von 15 Mpps erreicht es bei 64 Byte UDP eine Firewall-Latenz von 2,46 µs. Dieses Profil ist entscheidend für Filialen mit Anwendungen, die viele kurzlebige Verbindungen aufbauen (POS-Terminals, IoT-Sensoren, intensiver API-Verkehr, gut besuchte Gastnetze). Das Limit für Firewall-Richtlinien liegt bei 5.000; in Filialen mit fein aufgesetzter Segmentierung bietet dieser Spielraum komfortables Arbeiten. In der Zugriffsebene lassen sich maximal 96 FortiAPs (davon 48 im Tunnelmodus) und 24 FortiSwitches von einem einzigen Gerät aus verwalten.
SP5 Secure SD-WAN ASIC: Die 70G-Familie baut auf SP5 auf, Fortinets auf SD-WAN ausgerichtetem anwendungsspezifischem Schaltkreis. Der Beschreibung des Datenblatts zufolge kombiniert SP5 eine RISC-basierte CPU mit Fortinets Content- und Netzwerkprozessoren; er beschleunigt Anwendungserkennung und Routing, IPsec VPN sowie die tiefe SSL-Prüfung in Hardware und bezieht auch die Anbindung der Zugriffsebene (FortiSwitch und FortiAP) in denselben Beschleunigungsbereich ein. Fortinet gibt an, dass dieses Design gegenüber herkömmlichen CPUs bei geringeren Kosten und niedrigerer Leistungsaufnahme höhere Performance liefert; da das Datenblatt keinen numerischen Faktor veröffentlicht (etwa „30 % weniger Strom“ oder „3-facher IPS-Durchsatz“), ist die Größe des Vorteils anhand der gemessenen Werte zu beurteilen. Der gemessene Wert lautet: Die Standard-FG-70G verbraucht durchschnittlich nur 12,3 W und leistet dabei 1,4 Gbps SSL-Prüfung.
Auf der Seite der Hardwaresicherheit bringt die 70G-Serie zwei Komponenten mit, die in 40F und 60F fehlen: ein Trusted Platform Module (TPM), das kryptografische Schlüssel erzeugt, speichert und verifiziert, sowie einen physischen Hardwareschalter für signierte Firmware (signed firmware hardware switch), der ausschließlich das Laden verifizierter FortiOS-Software zulässt. In Filialen, Außenbüros und entfernten Standorten, an denen der physische Zugang nicht vollständig kontrolliert ist, machen diese beiden Merkmale einen konkreten Unterschied. Die Serie verfügt zudem über eine unabhängig verifizierte Umweltproduktdeklaration (EPD) nach ISO 14025 Type III; für Organisationen mit Nachhaltigkeitsberichterstattung ist das ein Dokument, das der Beschaffungsakte beigelegt werden kann.
Wie viel schneller ist die FortiGate 70G tatsächlich gegenüber der FortiGate 60F?
Die am Markt oft wiederholten Aussagen „die 70G ist doppelt so schnell wie die 60F“ und „fünffache SSL-Leistung“ decken sich nicht mit den offiziellen Datenblättern. Die Firewall-Kapazität bei großen Paketen beträgt bei beiden Modellen 10 Gbps; der Unterschied bei SSL Inspection liegt bei 630 Mbps gegenüber 1,4 Gbps, also etwa dem 2,2-Fachen. Der echte Zugewinn konzentriert sich auf die Leistung bei kleinen Paketen, die Sitzungskapazität und den geprüften Datenverkehr. Die folgende Tabelle vergleicht die 70G sowohl mit ihrer Vorgängerin 60F als auch mit der 80F aus demselben Segment:
| Kennzahl (offizielles Datenblatt) | FortiGate 60F | FortiGate 70G | FortiGate 80F |
|---|
| IPv4-Firewall-Durchsatz (1518 / 512 / 64 Byte UDP) | 10 / 10 / 6 Gbps | 10 / 10 / 10 Gbps | 10 / 10 / 7 Gbps |
| Firewall-Durchsatz (Pakete/Sekunde) | 9 Mpps | 15 Mpps | 10,5 Mpps |
| Firewall-Latenz (64 Byte UDP) | 3,3 µs | 2,46 µs | 3,23 µs |
| IPS-Durchsatz | 1,4 Gbps | 2,5 Gbps | 1,4 Gbps |
| NGFW-Durchsatz | 1 Gbps | 1,5 Gbps | 1 Gbps |
| Threat-Protection-Durchsatz | 700 Mbps | 1,3 Gbps | 900 Mbps |
| SSL-Inspection-Durchsatz | 630 Mbps | 1,4 Gbps | 715 Mbps |
| IPsec-VPN-Durchsatz (512 Byte) | 6,5 Gbps | 7,1 Gbps | 6,5 Gbps |
| Gleichzeitige Sitzungen (TCP) | 700.000 | 1,4 Millionen | 1,5 Millionen |
| Neue Sitzungen/Sekunde (TCP) | 35.000 | 100.000 | 45.000 |
| Firewall-Richtlinien | 2.000 | 5.000 | 5.000 |
| Max. FortiAPs (gesamt / Tunnel) | 64 / 32 | 96 / 48 | 96 / 48 |
| PoE-Leistungsbudget | — | 60 W (70G-POE) | 96 W (80F-PoE) |
Die Tabelle reduziert die Modellwahl auf eine klare Frage. Wenn geprüfter Datenverkehr und Sitzungsaufbaurate Ihre Priorität sind, liegt die 70G deutlich vor der 80F aus demselben Segment: bei SSL Inspection nahezu doppelt so hoch, bei neuen Sitzungen pro Sekunde mehr als doppelt so hoch. Benötigen Sie dagegen ein höheres PoE-Leistungsbudget, etwas mehr gleichzeitige Sitzungen oder SFP-Shared-Media-Ports, fällt die Wahl auf die FortiGate 80F. Reichen an einem kleinen Standort 10 Ports und eine geringere Kapazität aus, bleibt die FortiGate 60F weiterhin eine gültige Wahl. Die Positionierung aller Modelle finden Sie auf unserer FortiGate-Produktseite.
Gibt es die FortiGate 70G mit PoE und WLAN?
Ja, die Serie umfasst vier Hardwarevarianten und deren jeweilige WLAN-Pendants. Die FG-70G bringt insgesamt 10 GE-RJ45-Ports mit: 2 WAN-Ports, 6 interne Ports und 2 FortiLink-Ports. Die FG-70G-POE behält dieselbe Gesamtportzahl, reduziert jedoch die internen Ports auf 2 und ergänzt 4 GE-RJ45-PoE/+-Ports; das insgesamt nutzbare PoE-Leistungsbudget beträgt 60 W und reicht aus, um IP-Telefone, IP-Kameras oder einen FortiAP ohne separaten Switch zu versorgen. FG-71G und FG-71G-POE ergänzen dieselbe Struktur um eine 64-GB-SSD. Auf der WLAN-Seite kursiert eine verbreitete Fehlinformation: Eine integrierte Wi-Fi-Option für die 70G gibt es sehr wohl. Die SKUs FortiWiFi 70G (FWF-70G), FWF-70G-POE und FWF-71G aus der Bestellliste enthalten laut Beschreibung des Datenblatts einen „integrierten Dual-Band-, Dual-Stream“-Access-Point nach 802.11ax (Wi-Fi 6). In kleinen Einraum-Filialen lässt sich damit eine WLAN-Abdeckung ohne separaten FortiAP herstellen; in mehrgeschossigen oder großflächigen Umgebungen werden zusätzliche FortiAPs über FortiLink ergänzt. Die Leistungsaufnahme variiert je nach Variante: FG-70G durchschnittlich 12,3 W, FG-71G 13,4 W, FG-70G-POE 70,3 W, FG-71G-POE 76 W.
Welche FortiOS-Version unterstützt die FortiGate 70G, funktioniert SSL-VPN?
Das ist die wichtigste Designentscheidung, die bei der 70G zu beachten ist: Das Datenblatt führt den SSL-VPN-Durchsatz und die Zahl gleichzeitiger SSL-VPN-Benutzer als „N/A“ auf — SSL-VPN ist bei diesem Modell also keine Option. Der Fernzugriff muss von Anfang an auf IPsec VPN (7,1 Gbps, AES256-SHA256) oder auf dem ZTNA Application Gateway aufgebaut werden. Das ist auch mit Fortinets allgemeiner Ausrichtung konsistent; SSL-VPN wurde mit FortiOS 7.6.0 auch in den Serien 40F und 60F entfernt. Beim Versionssupport gilt die von Fortinet veröffentlichte Regel: Bei Standardversionen folgt auf 36 Monate Engineering-Support eine 18-monatige „Must Fix“-Phase, bei LTS-Versionen steigt die Gesamtabdeckung auf 72 Monate (Fortinet Product Life Cycle, 2026). Da die Enddaten einzelner Versionen überarbeitet werden können, legen wir auf dieser Seite keine Daten fest; bei 70G-Installationen treffen wir die Versionsentscheidung anhand des jeweils tagesaktuellen offiziellen Eintrags der gewählten Version. Der FortiOS-Abschnitt des Datenblatts beschreibt das Betriebssystem wörtlich als nativ KI-gestützte und quantensichere (quantum-safe) Plattform; für Organisationen, die den Übergang zur Post-Quanten-Kryptografie auf der Agenda haben, ist das ein Plattformmerkmal unabhängig von der Modellwahl. Die Versionswahl legen wir gemeinsam anhand des Upgradefensters, des aktiven Funktionsumfangs und des Supportkalenders der Organisation fest.
Filialbetrieb und Rollout: Der operative Grund, der die 70G zum Filialstandard macht, ist die Tatsache, dass sich die kabelgebundene (FG-70G), die PoE- (FG-70G-POE), die SSD- (FG-71G) und die WLAN-Variante (FWF-70G) derselben Familie mit einer einzigen Konfigurationsvorlage verwalten lassen: Je nach Filialtyp wird andere Hardware versandt, das Regelwerk in der Zentrale bleibt unverändert. Sobald die Geräte vor Ort ins Internet gehen, registrieren sie sich anhand ihrer Seriennummern in der zentralen Verwaltung und übernehmen ihre jeweilige Vorlage; die einzige Arbeit vor Ort ist die Verkabelung. Die beiden Ethernet-WAN-Ports lassen sich unter SD-WAN aktiv-aktiv oder primär/Backup betreiben, und anwendungsbewusstes Routing verlagert Kassen- und Warenwirtschaftsanwendungen in dem Moment auf die andere Leitung, in dem die Leitungsqualität nachlässt. Auf der Compliance-Seite ist der eigentliche Beitrag der 70G die Kapazität: 5.000 Firewall-Richtlinien und 10 VDOMs genügen, um das Kassensegment in der von PCI-DSS erwarteten Feinheit von Gast-, IoT- und Mitarbeitendenverkehr in der Filiale zu trennen; die Tabelle mit 1,4 Millionen Sitzungen sorgt dafür, dass die Segmentierung unter Verkehrslast nicht eng wird. Auf der Log-Seite bündelt die Weiterleitung an FortiAnalyzer die Aufzeichnungspflicht nach KVKK (türkisches Datenschutzgesetz) unabhängig von der Filialzahl an einer zentralen Stelle. Unser gesamtes Fortinet-Portfolio können Sie auf unserer Seite zu den Fortinet-Lösungen ansehen.
Die eigentliche Entscheidung bei der 70G lautet, welche Variante zum Einsatz kommt: die mit PoE, die mit SSD oder die mit integriertem Wi-Fi 6. Diese Frage klären wir, indem wir Filialtyp, zu versorgende Geräte und das von der 60F zu übernehmende Regelwerk gemeinsam prüfen; als autorisierter Fortinet-Channel-Partner führen wir auch Lizenzierung, Migration und Installation durch. Für eine auf Ihr Filialinventar zugeschnittene Konfiguration und ein Angebot schreiben Sie uns über unsere Kontaktseite.
Technische ÜbersichtTechnische Daten
- IPv4-Firewall-Durchsatz (1518 / 512 / 64 Byte UDP)
- 10 / 10 / 10 Gbps
- Firewall-Durchsatz (Pakete/Sekunde)
- 15 Mpps
- Firewall-Latenz (64 Byte UDP)
- 2,46 µs
- IPS-Durchsatz
- 2,5 Gbps
- NGFW-Durchsatz
- 1,5 Gbps
- Threat-Protection-Durchsatz
- 1,3 Gbps
- SSL-Inspection-Durchsatz (IPS, durchschn. HTTPS)
- 1,4 Gbps
- SSL Inspection CPS / gleichzeitige Sitzungen
- 715 / 140.000
- IPsec-VPN-Durchsatz (512 Byte, AES256-SHA256)
- 7,1 Gbps
- SSL-VPN-Durchsatz
- N/A — bei diesem Modell nicht unterstützt
- Application-Control-Durchsatz (HTTP 64K)
- 3,6 Gbps
- CAPWAP-Durchsatz (HTTP 64K)
- 6,8 Gbps
- Gleichzeitige Sitzungen (TCP)
- 1,4 Millionen
- Neue Sitzungen/Sekunde (TCP)
- 100.000
- Firewall-Richtlinien
- 5.000
- Schnittstellenausstattung (FG-70G)
- 2x GE WAN, 6x GE RJ45, 2x GE RJ45 FortiLink (insgesamt 10x GE RJ45), 1x USB, 1x Konsole
- Schnittstellenausstattung (FG-70G-POE)
- 2x GE WAN, 2x GE RJ45, 2x GE RJ45 FortiLink, 4x GE RJ45 PoE/+-Ports
- PoE-Leistungsbudget (70G-POE / 71G-POE)
- 60 W
- Maximal FortiAPs / FortiSwitches
- 96 (48 im Tunnelmodus) / 24
- Virtual Domains (Standard / Maximum)
- 10 / 10
- Formfaktor
- Desktop — 40,5 x 216 x 160 mm, 0,91 kg
- Leistungsaufnahme (durchschnittlich / maximal)
- 12,3 W / 12,8 W (71G: 13,4 / 14,1 W · 70G-POE: 70,3 / 72,5 W · 71G-POE: 76 / 79 W)